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Janusz-Korczak

Henryk Goldszmit, der sich als Pseudonym Janusz Korczak zulegte, wurde als Sohn eines polnischen Rechtsanwaltes am am 22. Juli 1879 in Warschau geboren.

Der Tod des Vaters brachte die Familie in bisher nicht gekannte Armut, aber trotzdem gelang es, für Henryk ein Medizinstudium zu ermöglichen. Während seines Studiums verdiente er den Lebensunterhalt für sich, Mutter und Schwester, weil er als Hauslehrer arbeitete und Erzählungen unter dem Namen Janusz Korczak veröffentlichte.

bildjanusz-korczak  

1903 übernahm er seine erste Arbeitsstelle. Er wohnte in den Arbeitervierteln von Warschau und behandelte die armen Leute kostenlos.

Nach dem ersten Weltkrieg gründete er mit einigen Erziehern ein Heim für verwahrloste und verwaiste Kinder, das „Unser Haus“ genannt wurde.


Fast 30 Jahre lang verwirklichte er seine Ideen. In den pädagogischen Anschauungen von Korczak nimmt der Gedanke, dass das Kind nicht in einer Liliputwelt lebt, einen wichtigen Platz ein.

Er verfasste Aufsätze über Erziehungsfragen, Erzählungen und Romane für Kinder, hielt Vorträge im Radio. Eines seiner bekanntesten Werke ist das Kinderbuch „König Hänschen“. Es ist die Tragödie eines Jungen, der das Unglück hat, als König geboren zu werden, und der die Welt verbessern wollte.

1939 wird Polen von deutschen Truppen überfallen. Korczak erhält den Befehl, das Waisenhaus zu räumen und in das jüdische Wohngebiet, das Ghetto, zu ziehen. Schreckliche Zeiten begannen für ihn und seine Kinder. Freunde wollten Korczak mit falschen Papieren aus dem Ghetto herausholen, aber er lehnte ab, weil er sich für die ihm anvertrauten Kinder verantwortlich fühlte. Wenige Tage danach, am 12. August, sollte Korczaks Waisenhaus „evakuiert“ werden. Man sagte, er selbst dürfte bleiben, weil Ärzte benötigt werden. Aber Korczak wollte nicht zurückbleiben.

Er ging mit seinen Kindern in den Tod. Vor dem Waisenhaus bildete sich ein endloser Zug, eine unübersehbare Prozession bleicher, abgemagerter Kinder. In Treblinka wurden die 200 jüdischen, elternlosen Kinder vergast, mit ihnen der Mann, der als anerkannter Schriftsteller, Arzt und Pädagoge nur eine Aufgabe kannte, nämlich das Leben für die Kinder lebenswert zu gestalten.

30 Jahre nach seinem Tod ist sein Name in Polen zum Mittelpunkt geworden. In Deutschland hörte man erstmals 1957 von ihm, als das von Erwin Sylvanus geschriebene Theaterstück „Korczak und die Kinder“ über viele Bühnen ging. Korczak wurde im Jahre 1972 posthum mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.